Das Science Fiction Magazin Exodus



Es war niemals meine Absicht, mich als Herausgeber zu betätigen. Aber nachdem ich eine Geschichte in Exodus veröffentlich hatte und die Herausgeber René Moreau und Heinz Wipperfürth in einem Rundschreiben um Unterstützung gebeten hatten, konnte ich auch nicht Nein sagen, denn Exodus ist ein großartiges Projekt. In Deutschland wie in ganz Kontinental-Europa gibt es für Kurzgeschichten kaum einen Markt. Für Science Fiction in Kurzform schon gar nicht. Das Interesse ist gering, aber es gibt eine kleine Schar unbeugsamer Gallier, die trotzig gegen den Strom schwimmen. Man muss wissen, dass diese Spielart der phantastischen Literatur als Kurzgeschichte in Magazinen groß geworden ist. Das war in den Dreißigerjahren in den USA. Sollte es nicht auch in Deutschland eine Plattform geben? Manche betrachten die Science Fiction als eine Ideen-Literatur. Das ist gewiss zu kurz gegriffen, aber es ist was dran. Und in der Kurzgeschichte kann man eine neue Idee auf den Punkt bringen und präzise untersuchen.

Neben den Geschichten hat die phantastische Grafik in Exodus einen hohen Stellenwert, weshalb es in jeder Ausgabe eine farbige Galerie gibt, die einem einzelnen Künstler gewidmet ist, sowie zahlreiche Illustrationen weiterer Künstler und Grafiker. Dass wir allesamt Don Quijotes sind, macht die Sache nur um so symphatischer. Einen Vorteil hat die Situation: Wir sind beinahe frei von kommerziellen Zwängen. Das Projekt muss sich selbst tragen und damit hat es sich.

2014 wurde das Magazin, bzw. wir Herausgeber mit dem Kurd Lasswitz Preis ausgezeichgnet. Immerhin eine nette Geste der Szene, die uns zeigt, dass man das Magazin sehr zu schätzen weiß. Es wird wohl nichts daran ändern, dass wir nur für wenige Kenner und Liebhaber arbeiten.

Außer Exodus gibt es in Deutschland nur noch das Magazin Nova, sowie einige Kleinverlage wie z.B. Wurdack oder Begedia, die auf dem gleichen verlorenen Posten kämpfen. Besondere Erwähnung verdient auch das Computermagazin c't, das in beinahe jeder Ausgabe eine Kurzgeschichte veröffentlicht - das meiste davon Science Fiction.


Die aktuelle Ausgabe 36 widmet sich zwei Jubiläen: 30 Jahre Phantastische Bibliothek Wetzlar und dem 90. Geburtstag Herbert W. Frankes, eines Großmeisters der deutschen Science Fiction. Zu der Party hat sich in der Ausgabe eine wahrlich illustre Gesellschaft versammelt, weshalb sie vom Umfang her aus allen Nähten platzt. Ein schönes Prestige-Projekt, das wir aber gewiss nicht jedes Mal auf die Beine stellen können.

Bezogen werden kann das Magazin nur im Direktversand über die Homepage:
www.exodusmagazin.de